Aktuelles


 

Darf ich vorstellen

 

Das ist Tatjana Schendrik. Vor über einem Jahr haben wir sie als zweite Betreuerin für unsere Kinder gewinnen können. Ich kenne Tatjana seit etlichen Jahren. Sie war vorher Betreuerin in der Cloppenburger Initiative. Nachdem nach dieser Gruppe auch die Initiative Großenkneten aufgelöst wurde, mit der wir uns bislang jeweils die Betreuerinnen teilten, habe ich keinen Augenblick gezögert Tatjana zu fragen, ob sie auch für uns tätig werden möchte. Und hätten wir im Vorjahr kein Reiseverbot bekommen, dann hätten wir sie bereits kennenlernen dürfen. Fakt ist, wir brauchen zwei Reisebegleiter für den Fall, dass ein Kind hier als nicht reisefähig mit einer Betreuerin zurückbleiben muss oder eine Betreuerin vorübergehend ausfällt.

 

 

Tatjanas Umgang mit Kindern und Situationen hat mir immer sehr gefallen. Ebenso ihre Wesensart – ruhig und besonnen. Das passt zu uns. Außerdem kennen die beiden Tatjanas sich auch persönlich von vorherigen Begegnungen. Beide glauben, dass sie ein gutes Team sein werden. Sie sind in einem fast identischen Alter. Beide sind Lehrer und unterrichten u.a. das Fach Deutsch. Tatjana wohnt in Rechitza, 180 Kilometer von Bychov und 123 Kilometer von Tschernobyl entfernt. Sie ist verheiratet und hat neben ihrem Mann zwei Kinder. Der Sohn studiert in Minsk, die Tochter geht noch zur Grundschule. In ihrer Kindheit war sie selbst sehr viel krank. Sie hat noch immer behandlungsbedürftige Schilddrüsenprobleme.  Mit fünf Jahren hat sie bereits ihren Vater durch einen Unfall verloren. Gerne wäre sie Ärztin geworden. Obwohl sie schulisch sehr begabt war, konnte ihre Mutter ihr das Studium nicht finanzieren. So ist sie, wie sie sagte, eben nur „stellvertretende Schulleiterin“ geworden. Trotzdem von hier ganz große Achtung und Respekt für diese Leistung aus ihrer Grundsituation. So etwas hören wir immer wieder – trotz großer Begabung nur eine geringe Chance.  Tatjana begleitete bereits elf Mal Tschernobylkinder nach Deutschland. Sie interessiert sich noch immer für die deutsche Lebensart, unsere Gewohnheiten und Bräuche und möchte unsere Sprache besser kennenlernen. Heißen wir sie nun offiziell willkommen und nehmen auch sie in unsere Mitte. Ich glaube, dass auch unsere Gasteltern sie gleichermaßen lieb gewinnen werden wie die andere Tatjana. Ich freue mich auf sie. Sie ist in unserer Watsapp Gruppe und liest interessiert mit, was wir berichten.

 


 

Gedanken zum Jahresende 2020

 

Es war ein außergewöhnliches Jahr, mit vielen Schreckensnachrichten, Verboten und unfassbaren Regelwerken. Es begann mit der Präsidentenwahl in Belarus, mit Demonstrationen, Verhaftungen, Entlassungen und Existenznöten in den dortigen Familien. Und es  gab Corona, anfangs mit leichten Einschränkungen für die weltweite Bevölkerung, mit zunehmenden Fallzahlen immer weiteren Regelwerken und Verboten. Dann kam das Reiseverbot für unsere Erholungskinder. Gasteltern waren traurig und viele Kinder weinten am Telefon. Erstmals hatten wir in 2019 mehrere russischsprachige Gasteltern, die sich unserer ängstlicheren Kinder angenommen haben. Auch über unseren Sprachübersetzer hatten wir einen sehr viel verständlicheren Kontakt zu unseren Kindern. Die Kinder konnten mehr fragen, und die Gasteltern ihnen mehr erklären. Nun hatten sie eine erneute Einladung von den Gasteltern, aber durften nicht reisen. Die Kinder dort sind gleichermaßen erfindungsreich wie unsere, halten mehr oder weniger ständigen Kontakt über Freunde oder Bekannte mit Internet. Andere haben sich volljährig gemacht, um von den elektronischen Medien akzeptiert zu werden. Ich bin jedenfalls überrascht über all das, was an Nachrichten von den Kindern, deren Eltern und von wagemutigen Freunden und Bekannten an Nachrichten bei mir ankommt. So auch Nachrichten über die außergewöhnliche Armut in einigen Familien, infolge der politischen Situation. Unsere Betreuerin berichtete, dass die bei uns im letzten Jahr gekauften Schuhe einiger Kinder total verschlissen wären und es in vielen Familien auch an Kinderkleidung und Grundnahrungsmittel fehle. Da haben wir beschlossen mit unserem bescheidenen Finanzüberschuss und den bis zum Jahresende noch eingehenden Spenden zu helfen. Entgegen allen Warnungen haben wir per Boten Geld zu unserer Betreuerin geschafft. Eine Gastmutter kannte jemanden, der einen kennt, der nach Belarus reist und das Geld mitnehmen will. Und weil das gut geklappt hat, haben wir unser Geld außerdem einer anderen Person zur Mitnahme anvertraut. Ich habe viel über die liebenswerte russische Mentalität gelernt. Da funktioniert noch, was uns seit langem abhandengekommen ist. Als dann das Reiseverbot kam hat Tatjana mit viel Mühe in Erfahrung gebracht, dass sie 2300 € steuerfrei empfangen darf. Sie hat ein Konto eingerichtet und wir haben kurz vor dem Jahreswechsel diesen Betrag in zwei Summen anweisen können. Es war zwei Tage später nach Abzug einer geringen Gebühr auf dem Konto und muss nun für sehr lange Zeit reichen.

 

Wir haben etwas Neues versucht und das hat viel besser geklappt, als wir uns das haben vorstellen können. Tatjana hat die Schulsozialarbeiter mobilisiert, die anfangs in ihrer Freizeit, später offenbar mit Billigung der Schulleitung unsere Aktion schnell und erfolgreich umgesetzt haben. Unsere Hilfe ist dahin gekommen, wo sie am Dringendsten gebraucht wurde, zu den hilfsbedürftigsten Kindern die keine Eltern mehr haben, die bei der Großmutter und mit von deren karger Rente (100 € ) leben müssen oder deren Eltern ohne Arbeit und absolut mittellos sind. Wir haben sehr viel mehr erreicht als wir erwartet haben. Darum einen ganz lieben Dank an Tatjana, ihre Familie und unsere fleißigen und unermüdlichen Helfer. Offenbar haben wir alles richtig gemacht. Es ist so, als wäre ein ganz kleiner Sonnenstrahl in die Stadt Bychov gefallen, zufällig in die Schule, und viele Spiegel haben diesen Sonnenstrahl bis in die entlegensten Dörfer getragen. Die Deutschen stehen uns bei. Ich habe viele offizielle und inoffizielle Dankschreiben bekommen.

 

Wie wird 2021? Die Pandemie schwächt sich ab, aber ist noch lange nicht vorbei. Außerdem sorgt mich die politische Situation in Belarus. Werden wir in diesem Jahr Erholungskinder bei uns haben? Wir werden auf jeden Fall die Kinderlisten aufstellen und zur  Weiterbearbeitung der Ausreise unserem russischen Vertragspartner Hope for Future zustellen. Im Augenblick ist es uns wegen des Kontaktverbots nicht möglich die Papiere vollständig und vertragssicher zu erstellen. Da zwischen der Ausreiseantragstellung und dem möglicherweise tatsächlichen Reiseantritt noch mindestens vier Monate liegen, kann auch in unseren Gastfamilien noch viel Unerwartetes passieren, was uns später Probleme macht. Aber wir müssen damit leben. Auf jeden Fall werden wir an unseren Gastkindern festhalten. Es geht inzwischen nicht nur alleine um deren körperliche und seelische Erholung, sondern auch um deren Zukunft. Es gab zu allen Zeiten einige bleibende und einflussreiche Kontakte zu den Kindern, die dann meist auch einen besseren Weg in ihre Zukunft gefunden haben. So bekam Sofia von uns ihre eigenen Schulhefte. Swetlana ging auf Anraten der Gasteltern auf eine weiterführende Schule. Hier wurde sie wegen der schlechten und nichtpassenden Schuluniform gehänselt. Wir haben das Problem gelöst. Daria besucht die Kunstschule. Aber Mama hat kein Geld für Malpapier und Stifte. Ersatzweise für ihre Gasteltern, die da gerne helfen würden, helfen wir da aus. Tatjana berichtete schon immer über intelligente Kinder ohne Chance, weil das Elternhaus denen aus verschiedensten Gründen die erforderliche Hilfe nicht gewähren konnte. Die Gastkinder sind sehr neugierig, wollen alles wissen und es uns nachtun. Sie begreifen, dass es für sie nicht mehr das Wichtigste ist, die Kartoffeln in die Erde zu bringen und im Herbst wieder auszubuddeln. Dass Kuh und Schwein gesund bleiben, entscheidet auch nicht ausschließlich über ihre Zukunft, sondern ihr Bildungsstand. Nun wollen wir unser neues Wissen über aktuelle Hilfsmöglichkeiten weiter ausbauen. Für unsere Gasteltern und sozial eingestellte Familien und Unterstützer wollen wir die Möglichkeit schaffen, sich mehr und direkt in Familien einzubringen, sei es durch direkten Austausch von Informationen oder  Hilfsangeboten usw., aber alles nur in Form von Sachleistungen. Wir wollen versuchen, das zu organisieren. Das ist noch viel Arbeit. Ideen und Hilfsangebote nehmen wir gerne an.

 

Letztendlich bereitet mir das geringe Spendenaufkommen Sorgen. Wir haben einige zugesagte Spenden nicht bekommen, weil die Kinder nicht kommen durften. Andere Spenden haben wir aufgrund gewisser Vorgaben der Spender (müssen in der Region für die Kinder ausgegeben werden) zurückzahlen müssen. Hinzu kommt, dass wir immer mehr Kinder holen und damit unser Finanzbedarf auch ständig steigt. Würden wir die Pandemie außer Acht lassen, so müssten wir in diesem Jahr mit 30 Kindern rechnen, was einen minimalen Finanzbedarf incl. Betreuerkosten von 13.000 € betragen würde. Diese  Summe einzuwerben, läßt sich kaum realisieren. Ich frage mich ohnehin, warum für andere Organisationen mitunter sehr viel mehr Geld gespendet wird, als für unsere hilfsbedürftigen hungernden und frierenden  Kinder? Sind russische Kinder leidensfähiger als Tiere, oder unsere, zumindest grundversorgte Bevölkerung? Wir haben viele Leser, bekommen viel Lob und Zuspruch, aber nur sehr wenige Spenden. Wir bewegen uns seit Jahren trotz ständigen Werbens und fortlaufender Berichterstattung über unsere Tschernobylkinder und unsere  Hilfe  am absoluten Limit. Von Medien bekommen wir kaum Unterstützung. Sie denken heute ausschließlich gewinnorientiert. Ihr könnt ja bei uns Werbung schalten. Aber dafür fehlt uns das Geld. Werden auch wir alsbald das Handtuch werfen müssen, wie vor uns andere Gruppen?  Und ebenfalls aus dem  gleichen Grund ? Warten wir es ab -

 


Die Bäckerei Behrens-Meyer hat zum Jahresende für 5 Vereine je 1000 Euro ausgelost, und wir waren einer der glücklichen Gewinner. Am 10. Dezember 2020 durften wir unseren Scheck über 1000 Euro in der Firmenzentrale in Garrel in  Empfang nehmen.

Dafür sagen wir herzlichen Dank!

 

Damit kann unsere Betreuerin noch viele warme Wintersachen und auch Weihnachtstüten für die Kinder kaufen.

 www.behrens-meyer.de


 

20.11.2020 - Schon mal etwas genauer hingeschaut??

 

Dann seht ihr Wohnungen und Häuser, in denen wir nicht einmal unsere Tiere unterbringen würden. In Belarus müssen dort Familien leben und Kinder unter schwierigsten Bedingungen aufwachsen. Sie müssen sich die Zuwendung ihrer Eltern mit den Tieren teilen. Letztere sind wichtig für das Überleben.  Alkohol gehört in vielen Familien auch dazu. Umso mehr genießen es diese Kinder, während ihres Aufenthalts bei uns viel mehr beachtet zu werden. In dem hier gezeigten Haus wohnt eine alleinerziehende Mutter mit vier Kindern und der Großmutter. Zwei der Kinder waren als Gastkinder bereits bei uns. Die Leiterin einer anderen Initiative hat diese Familie in dem Haus besucht. Sie sagt, sie habe nichts gesehen, was sich hätte bewegen lassen. Alles ist vermutlich verkauft worden. Weiter: in diesem Haus habe ich nur einen Raum als bewohnbar angesehen. Die russischen Winter sind lang und bitterkalt. Hier dann mit ungenügender Kleidung und Schuhen zu überleben, stelle ich mir schrecklich vor. Hinzu kommt oftmals auch noch Hunger.

 

 

Sehen wir uns Bilder in unserer Galerie an so fällt auf, dass unsere dortigen Helfer sehr umsichtig mit unserem Geld vorgehen. Sie schlagen an den Jacken und Mänteln gerne die Ärmel um, wohl wissend, dass es sinnvoll ist, wenn sie die im nächsten Jahr auch noch tragen können. Vielleicht fällt euch die Länge der Jacken auf? Viele Kinder aus den Dörfern müssen im Winter mehr als zwei Stunden mit dem Bus zur Schule fahren. Oftmals fällt in den Bussen die Heizung aus, bei Temperaturen nahe 20 ° Minus.  Da ist dann Zweckmäßigkeit wichtiger als das Chic.  Dann berichtete Tatjana mir von dem kleinen Jungen, der sich im Schuhgeschäft die Schuhe nicht ausziehen lassen wollte und bitterlich geweint hat. Das wird verständlich, wenn wir wissen, dass er diese Schuhe aus zweiter oder dritter Hand bekommen hat und die ganz wichtig für ihn sind. Nun sitzt er zum ersten Mal in einem Schuhgeschäft. Da stehen so viele Schuhe und er soll seine aus ziehen, damit man ihm die auch noch wegnimmt?  Erst als er begreift, dass er ein neues Paar Winterschuhe dazu bekommt beruhigt er sich wieder. Und weil es unbedingt sein muss, bekommt er auch noch warme Socken. Die Kinder kennen es nicht, etwas geschenkt zu bekommen. Sie trauen dem allem nicht und reagieren unterschiedlich. Einige freuen sich sichtbar, andere schauen noch zurückhaltend aus. Es sind eben Kinder, wo man eine sofortige von uns allzu oft erwartete positive Reaktion und Dankbarkeit nicht erwarten darf. Über die letztendlich doch gezeigte Freude der Beschenkten berichtet mir Tatjana und einige Eltern dieser Kinder.

 

Es fällt mir schwer, die uns zugegangenen Bilder anzusehen und die Berichte aus Bychov zu lesen bzw. von Tatjana zu hören. Bisher habe ich die Kinder nur während ihres Aufenthalts bei uns erlebt und vom Hörensagen der Gasteltern, die diese Kinder in ihrem Zuhause besucht haben. Nun bin ich mittendrin in deren Alltag, muss oft nachfragen um das alles zu verstehen. Unsere uneigennützigen Helfer in Bychov sind selbst am Sonntag unterwegs, um mit den Kindern einkaufen zu fahren. Dafür sind wir ihnen unendlich dankbar.

 

Nun könnten einige denken wir könnten denen unseren Überfluss spenden. Gerne, aber das geht nicht. Das hier zu erklären würde zu weit führen. Ihr könnt mich aber jederzeit anrufen oder anschreiben und bekommt auch ganz sicher eine Antwort. Bitte, bitte spendet, damit unsere armen Kinder in diesem Winter nicht frieren und hungern müssen. Auch fünf Euro ist für sie viel Geld. Drückt unseren Spendenbutton oder überweist uns euren Beitrag.

 


05.09.2020 - Wir reden nicht nur – wir helfen

 

Und es läuft besser als gedacht. Wir haben fleißige und zuverlässige Helfer in Bychov, die unsere Hilfe dahin bringen wo sie am Nötigsten gebraucht wird. Es mangelt in vielen Familien an allem, vorrangig an Lebensmitteln. Unsere Hilfe ist noch sehr bescheiden. Aber es mag einige Menschen dort trösten zu wissen, dass wir ihre Probleme kennen und daran Anteil nehmen. Und wir hoffen auf weitere Unterstützung unserer Mitbürger

 

von links: Tatjana und eine Sozialarbeiterin bringen einer Großmutter mit 3 Enkeln Lebensmittel und Schulartikeln


Unsere „Erste Hilfe“ ist angekommen

 

Unser erster kleiner Spendenbeitrag ist angekommen. Und nach weniger als zwei Wochen trägt er bereits erste Früchte. Unsere Betreuerin Tatjana hat während Ihrer Sommerferien Kinder im Sanatorium betreut und dort deren Nöte gesehen. Daraufhin hat sie nun bis zum 13. September nachträglich frei bekommen. Und diese Freizeit nutzt sie nun vollständig um den armen Kindern und deren Eltern in Bychov zu helfen. Sie hat sich mit den Schulsozialarbeitern zusammengesetzt und sie haben gemeinsam die ersten zehn Familien ausgewählt, die am Dringendsten Hilfe benötigen. Sie war als erstes mit unserem Erholungskind Veronika unterwegs um für sie dringend benötigte Schuhe, eine Hose und Lebensmittel für deren Familie einzukaufen.  Mit den Sozialarbeitern hat sie Sachspenden, vor allem Lebensmittel, in Tüten verpackt und den Familien gebracht. Sie schreibt uns dazu „Ich dachte immer, die ganz armen Familien würden auf dem Lande leben. Unsere Sozialarbeiter haben mir nun noch schlimmere Fälle in unserer Stadt gezeigt. Ich bin darüber entsetzt. Das gesehen zu haben versetzt mich in Stress.“ Ja, mich haben die mir zugesandten Bilder auch schockiert. Einige werden wir in unsere Bildergalerie einstellen, die schlimmsten aber zurück halten um jene, die dort auf unsere Seiten schauen, nicht über Gebühr zu kompromittieren. Tatjana hat während der Kindererholung bei uns auch immer sorgsam darauf geachtet, dass die Kinder auch Winterkleidung für sich, sowie Sachen für ihre Geschwister eingepackt haben. Die Kinder haben natürlich vorrangig immer zuerst an sich gedacht. Und bereits im ersten Winter kam die Feststellung: die Kinder haben keine warme Winterkleidung. Bei der nächsten Spende soll auch notwendige Winterkleidung gekauft werden.

 

Ja, wir sind sehr stolz auf Tatjana und sagen ihr und den Sozialarbeitern Danke für ihre Arbeit. Wir wollen auch nicht versäumen mitzuteilen, dass ihr jüngster Sohn eingeschult wurde. Wir haben für ihn, sowie für zwei weitere Kinder, einen Schulranzen bei uns stehen (eine Spende von Kinderlachen Oldenburg e.V.), die wir noch nicht rüberbringen konnten. Darüber sind die Kinder sehr traurig.

 

Einschulung am 1. September 2020 in Bychov

Tatjana wurde gerade vom Staat, von der pädagogischen Konferenz, für ihre Leistung und ihren Einsatz für ihre Schule und die Kinder mit einer Urkunde und 50 Rubel (etwa 16 Euro) geehrt. Auch dieses Bild haben wir eingestellt. Herzliche Glückwünsche und ein ganz dickes Dankeschön nach Bychov.

 

Diese beiden Kinder haben Lebensmittel und Schulartikel in der Schule bekommen. Sie haben keine Eltern und wohnen bei der Oma.

 

Bitte schaut in unsere Bildergalerie – und vergesst nicht unsere Aktion zu unterstützen.

 


25. August. Heutige Situation in Belarus

 

Nach der Wahl des Präsidenten am 9.8.2020 erreichten uns erneut schlimme Nachrichten. Man berichtet, dass es seit Monaten Verhaftungen von Oppositionellen und Andersdenkenden gäbe. Aus staatlichen Betrieben und Verwaltungen seien viele entlassen worden. Eine pensionierte Lehrerin schrieb, die Lehrkräfte seien angewiesen worden in den Schulen und deren Umfeld für Ruhe zu sorgen.  Eine andere Gastmutter schrieb: ich habe große Achtung und Respekt vor den Leuten, die auf die Straße gehen und demonstrieren, obwohl sie wissen dort möglicherweise verhaftet, verprügelt oder sogar erschossen zu werden. Aber die Not macht den Widerstand erforderlich. Im vorigen Jahr sagte ein Kindsvater, den Besuchern unserer Initiative, dass er seine erholungsbedürftige Tochter nicht mehr zu uns reisen lasse. Öffentlich Bediensteten sei es verboten diese Leistung in Anspruch zu nehmen. Bei Zuwiderhandlung könne es passieren, dass er seinen Arbeitsplatz sofort verliert und morgen säße möglicherweise ein anderer auf seinem Stuhl. Das ist Belarus. Und wer keine Arbeit hat, hat auch kein Einkommen. Da hilft man einander mit Tauschgeschäften, solange noch was zum Tauschen da ist. Und wenn alles getauscht ist, was dann? Dazu berichtet Tatjana, dass es in vielen Familien sehr schlecht aussieht. Wir wollen erstmals vor Ort helfen, natürlich nur mit Sachspenden.  Es erscheint ganz einfach, Geld dorthin zu überweisen. Doch unsere Hausbank bietet nicht die gewünschte Kontoform an. Und dann kam von einer anderen Gruppe die Warnung: Wenn ihr Geld überweist, wird man euch einiges drüben abziehen. Uns hat fast die Hälfte unserer Überweisung gefehlt. Wir haben nicht erfahren weswegen und wohin ist es gegangen? Weiter - der Empfänger muss dieses Geld außerdem als Einkommen versteuern. Was nun? Und dann überschlagen sich die Ereignisse. Eine russischstämmige Gastmutter hat eine Möglichkeit aufgetan das Geld angeblich sicher an den Bestimmungsort zu bringen, auf eine sehr verrückte russische Weise. Und dann haben wir es geschafft, innerhalb eines Tages das Geld verlustfrei tatsächlich an den Bestimmungsort zu bringen. Es war viel Stress und Unsicherheit dabei. Aber es hat geklappt. Und dann schreibt Tatjana, dass es auch für sie anstrengend war. Aber nun wolle sie unsere Unterstützung mit dem Schuldirektor und den Schulsozialarbeitern besprechen, da die die sozialschwachen Familien und deren Nöte besser kennen. Als erstes würde sie aber Schulartikel einkaufen um die armen Kinder damit zu versorgen. Wir halten das für eine gute Sache. Wir werden so viel Geld auf unserem Konto festhalten, um im nächsten Jahr die Kindererholung wieder durchführen zu können. Mit dem darüber hinaus gehenden kleinen Überschuss werden wir den Kindern vor Ort helfen.

 

In diesem Jahr sind kaum Spenden bei uns eingegangen. Wir erleben, dass man unsere ehrenamtliche Tätigkeit würdigt und uns auf die Schulter klopft. Das hilft uns aber nicht. Wir brauchen finanzielle Unterstützung. Wir bekommen zwar auch immer wieder Spendenzusagen, die dann aber nicht bei uns eintreffen. Das macht mitunter ganz viel Frust. Da fragt man sich oft, will ich das noch weitermachen? Will ich meine Freizeit weiterhin fast vollständig in die schier endlose Bettelei investieren? Wer das einige Jahre gemacht hat versteht, warum andere Organisationen keine Nachfolger finden und aufgeben. Ich kann die deutsche Ichbezogenheit nicht verstehen. Wir konsumieren bis zum Gehtnichtmehr und die Nöte unseres Nächsten sind uns gleichgültig. Und dann gibt es doch mal wieder einen kleinen Sonnenstrahl. Eine alleinerziehende Mutter mit drei kleinen Kindern kommt zu mir und sagt: ich habe nicht viel Geld. Aber ich gebe euch fünf Euro. Eure Kinder haben Hilfe nötiger als meine Kinder. Ein andermal kam beim Begrüßungsfrühstück bei Müller-Egerer ein älterer Herr zu uns, gab mir einen Geldbetrag mit der Bitte den Kindern ein Eis zu kaufen. Das haben wir gemacht. Das sind Dinge die mich berühren und motivieren weiter zu machen. Leider passiert so etwas eben nur sehr selten. Fünf Euro sind bei uns nicht viel, aber in Belarus kann man dafür Grundnahrungsmittel für die ganze Familie kaufen. 

 

 Spendet – auch Kleinbeträge sind uns willkommen.  Unsere Kinder brauchen eure Hilfe. Macht strahlende Kinderaugen.

 

 

 


7. Juli 2020  - Corona fordert auch von uns eine Neuausrichtung.

 

Wegen der Reisebeschränkungen konnten wir in diesem Jahr keine Kinder holen. Dabei haben die Gasteltern sich sehr darauf gefreut. Erstmals hatten wir 27 Kinder und Betreuer auf unserer Einladungsliste, so viele wie noch nie. Und auch die Kinder haben sich ebenfalls gefreut und immer wieder gefragt: dürfen wir noch kommen? Jene, die von ihren Gasteltern nicht erneut eingeladen wurden fragten: habt ihr für uns neue Gasteltern gefunden? Wir haben heute sehr gute Kontakte zu unseren Kindern und deren Eltern. Und Corona hat auch die Bevölkerung in Weißrussland ebenfalls schwer erwischt. Es hat nichts genützt, dass der Präsident empfohlen hat mehr Wodka zu trinken. Die Bevölkerung trägt weitgehend Mundschutz wie wir auch. Unsere Betreuerin muss mit Mundschutz ihren Unterricht halten. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Und das bedeutet in vielen Familien bittere Armut. Dabei sieht Armut drüben anders aus als bei uns. Es kommt kein Geld ins Haus, außer einem Kleinbetrag an Kindergeld, und das reicht oft nicht einmal um die dort preiswerten Grundnahrungsmittel Brot, Kartoffeln und Milch einzukaufen. Das führt bei vielen Kindern zu Mangelerscheinungen, Magersucht und Anfälligkeit für Krankheiten jeder Art. Der Staat weiß um dieses weit verbreitete Gesundheitsproblem und schickt die Kinder jährlich in ein Sanatorium. Hier werden sie besser ernährt und umfangreich untersucht, um Krankheiten möglichst frühzeitig erkennen zu können. Tatjana schrieb uns aus dem Sanatorium, dass die Situation vieler Kinder sehr schlecht sei. Veronika, eines unserer Erholungskinder, habe nur die Ballerinas, die sie im vorigen Jahr bei uns bekommen hat und inzwischen stark verschlissen sind. Sie besitzt weder Sportschuhe noch andere Freizeitschuhe. Bei vielen anderen Kindern sähe es nicht viel besser aus. Sie hätten auch schlechte Schuhe und viele keine halbwegs passende Schuluniform. Allgemein fehlt es an Schulartikeln. Tatjana schreibt uns: Ich gehöre nicht zu den Armen, aber es fällt auch mir im Augenblick schwer meine Familie (mit zwei schulpflichtigen Kindern) durchzubringen. Eine pensionierte Lehrerin sagte am Telefon: unsere augenblickliche Situation ist einfach schrecklich . Es muss was passieren. Und die Mutter eines anderen Erholungskindes hat nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes sehr stark abgenommen (7 Kilo in zwei Monaten) und danach versucht sich das Leben zu nehmen. Ähnlich Schlimmes schreiben uns andere Eltern auch. Sie alle hoffen auf die Neuwahl des Präsidenten und dass er es nicht schafft, die letzte noch vorhandene Gegenkandidatin auf seine Weise zu beseitigen. Noch nie hat man sich uns gegenüber so offen und verbittert politisch geäußert, Reaktionen aus bitterster Not heraus. Sollte der Präsident sich erneut selbst zum Wahlsieger ernennen glaubt man, dass es dort zu einem Volksaufstand kommt.

 

Es erschreckt uns seit Langem, dass kaum noch Hilfstransporte stattfinden weil die Hilfsgüter monatelang in Zollagern verrotten. Man wirft uns Knüppel zwischen die Beine wo es nur geht Wir bekommen Rollatoren nicht rüber, weil die neuwertig und mit einem Zertifikat und einer Bedienungsanleitung versehen sein müssen. Das gilt auch für Unterarmgehhilfen. Wir dürfen auch nur Pakete bis 20 Kilo und einem Wert bis 22 Euro schicken, wobei selbst bei gebrauchten Sachen der Neuwert gerechnet wird. Das Porto dafür beträgt bis zu 40 €. Und das geht gar nicht. Viele höherwertige Pakete können deshalb oft nicht von den Empfängern eingelöst werden, weil sie die Zollgebühren nicht entrichten können. Zum ersten Mal in unserer Geschichte möchten wir drüben finanziell helfen. Bislang blieb jeder Cent in Deutschland. Aber das können wir im Augenblick nicht mehr verantworten. Nun möchten wir drüben ein internationales Währungskonto eröffnen, auf das beide Seiten Zugriff haben. Unsere dortige Betreuerin Tatjana hat uns in der Vergangenheit den Verbleib eines jeden Cent mit Belegen nachgewiesen. Und wir vertrauen ihr, dass sie das auch mit unserer Finanzhilfe macht. Sie wird kein Geld aushändigen, sondern es ausschließlich für sachliche Hilfen ausgeben. Gefällt uns irgendetwas nicht können wir auch das Konto sperren. Wir möchten drüben aber nicht nur unsere Erholungskinder unterstützen, sondern alle die am dringendsten Hilfe benötigen. Unsere Erholungskinder haben möglicherweise noch Sachen aus ihrem vorjährigen Besuch zum Verkaufen oder Tauschen. Andere, die nicht das Glück hatten zu uns zu reisen, sind mitunter ärmer dran. Unser „kleiner“ angedachter Beitrag reicht natürlich bei weitem nicht um Wunder zu bewirken.  Aber wir können helfen, den bedürftigsten Kindern an Tatjanas Schule ein ganz klein wenig unter die Arme zu greifen. Sie alle sind sehr an Deutschland interessiert, erfahren sehr viel über uns und schicken uns Bilder und Nachrichten. Wir wollen was tun für die dortigen Kinder und die Völkerverständigung.

 

 

Auch ihr könnt strahlende Kinderaugen machen.

 

Da wir im kommenden Jahr möglicherweise dreißig Kinder holen können werden die Reisekosten dafür auf unserem Konto festgehalten. Ein kleiner bescheidener und auch im nächsten Jahr überschüssiger Betrag wird an die dortigen Kinder gehen. Im Augenblick gehen kaum Spenden bei uns ein.  Aber die jetzt noch eingehenden Spenden werden wir ausschließlich für die dortige Hilfe verwenden. Bitte unterstützt uns. Drückt bitte unseren Spendenbutton oder überweist uns euren Beitrag. Auch fünf Euro sind den Kindern drüben eine große Hilfe.

 


Corona bereitet auch uns Probleme

 

 Eigentlich müssten wir schon wieder sehr aktiv sein, müssten die Reiseplätze buchen, Kinderlisten erstellen, damit man sich in Weißrussland allmählich um die Reisepapiere bemüht. Aber alles hängt augenblicklich in der Luft. Überall viele Vorschriften, Reiseverbote und sonstige Einschränkungen. Wir können hier nicht reisen um unsere Gasteltern wie üblich zu informieren und die Papiere einzuholen. Erst mit deren Unterschrift können wir die Listen erstellen und unsere russische Betreuerin die Kinder benachrichtigen, die erstmals bei uns sein würden. Einige Kinder sind bereits wieder von ihren Gasteltern verbindlich eingeladen. Und jene, die in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr dabei wären fragen: habt ihr Gasteltern für mich gefunden? Darf ich auch in diesem Jahr kommen? Wir haben auf vieles keine Antworten. Der Reisetermin (18.Juli) ist noch weit weg. Da kann sich noch viel ändern. Wir versuchen im Augenblick so zu handeln, als wäre unsere Welt in Ordnung. Wir versuchen alles so vorzubereiten wie in den vergangenen Jahren. Womöglich überschlagen sich plötzlich die Ereignisse, die Kinder dürfen reisen nur unsere Papiere sind nicht fertig. In Weißrussland geht alles so weiter als wäre dort nichts geschehen. Es gibt keinerlei Einschränkungen. Entweder gibt es dort keine infizierten Menschen oder sie werden statistisch nicht erfasst.  Unsere Kinder wissen jedoch sehr wohl was bei uns los ist. Nur können sie sich unsere vielen Einschränkungen nicht vorstellen. Unsere Anastasia hat uns ein Bild geschickt, wo sie – wohl aus Solidarität mit uns -  einen bunten Mundschutz trägt. Einige Kinder, die bei uns waren, bleiben einfach unsere Kinder, die sich im Internet informieren und viel Kontakt mit uns halten. Ich würde sie alle sehr vermissen, wenn sie in diesem Jahr nicht reisen dürften. Vielen Gasteltern geht es nicht anders. Es bleibt die Hoffnung -

 


Wenn die Katastrophe offiziell beendet ist -

 

Ein sehr interessanter Bericht von Alexander Tetsch. Er berichtet als Journalist über die Situation in den verstrahlten Gebieten Weißrusslands, über jene Gegend wo auch unsere Kinder herkommen. Wir hatten diesen Bericht schon mehrfach, mit einem Link auf diesen Bericht versehen, eingestellt. Aus unerfindlichem Grund geht uns dieser Artikel leider immer wieder verloren. Wer ihn lesen möchte sollte ihn im Internet aufrufen.

 

Gleichermaßen interessant ist das Buch „Unbekanntes Strahlenland“ von Bernd Ehmler. Bernd Ehmler begleitete mehrere Hilfstransporte und berichtet darin über seine Erlebnisse mit der dortigen Bevölkerung. Eine sehr interessante Leseprobe daraus findet ihr ebenfalls im Internet.

 


Unsere erste Gastelternversammlung am 29.2.2020

 

Sie verlief so wie erwartet. Von den vielen interessierten Gasteltern, die ein vorheriges Interesse an Kindern angemeldet hatten, waren nur sehr wenige da. Das war auch schon in den vergangenen Jahren so. Immer sind etliche krank, andere verhindert oder sie haben den Termin vergessen. In der telefonischen Nachsuche hören wir dann die Gründe für die Nichtanwesenheit. Auch melden sich bis heute immer wieder neue Interessenten, die Kinder haben möchten. Da können wir für dieses Jahr vermutlich erneut eine weitere Steigerung der Kinderzahl melden. Da kommt Freude auf – nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Erholungskindern.

 


Lidl Mitarbeiter spenden

 

Völlig überrascht erhielten wir die Nachricht, dass Lidl Mitarbeiter uns unterstützen möchten. Die Mitarbeiterspende kommt aus dem Überschuss einer Tombola. Am 30. November wurde uns im Hotel Waldesruh der stolze Betrag von 1.900 € überreicht. Wir sagen, insbesondere im Namen unserer russischen Kinder, von ganzem Herzen Danke.

 


Wir brauchen eure Unterstützung

 

Es wird Zeit, dass wir uns wieder um die Finanzierung unserer Kindererholung in 2020 bemühen. Die Zahl unserer Kinder wächst mit jedem Jahr. Und das bedeutet einen ständig steigenden Kostenaufwand. Obwohl wir immer mehr Entgegenkommen bei unseren Veranstaltungen erfahren, geht die Zahl der Spender stetig zurück. Während die NWZ Kinderaktion denen in nur zwei Wochen große Summen auf das Konto spült, müssen wir viele Bettelbriefe schreiben und brauchen das ganze Jahr, um unsere Aktionen durchführen zu können. Inzwischen bieten wir den Kindern dreieinhalb Wochen Erholung incl. jeder Menge Freizeitspaß  für nur noch etwa mehr als 350 € an.

 

 

 

Spenden geht ganz einfach

 

Schaut gelegentlich mal auf eure Finanzen und überlegt euch ob ihr davon etwas für unsere russischen Erholungskinder abgeben könnt. Auch kleinste Spenden sind uns eine große Hilfe. Und Spenden geht ganz einfach. Drückt auf der Seite Spendenkonto unseren Spendenbutton,  und setzt dort den Spendenbetrag ein. Wer uns Spenden anweist und seine Adresse dort angibt, erhält von uns automatisch eine Spendenbescheinigung.

 

 

 

Es ist ein sehr interessanter und lesenswerter Gastelternbrief bei uns eingegangen.

 

Sie finden ihn unter „Beiträge von Gasteltern“. Eine Familie berichtet über ihre Erlebnisse mit einem Gastkind. Dabei handelt es sich um unser jüngstes Kind, Sofia, kurz vor ihrer Ankunft neun Jahre alt geworden. Da stand sie nun, unmittelbar nach ihrer Ankunft, still, leise, ängstlich wirkend in der ihr fremden Umgebung. Bei der Einkleidung zog sie es vor drei Kuscheltiere  ganz fest im Arm zu halten, statt nach Kleidung Ausschau zu halten. Ich würde mich viel und intensiv um sie kümmern müssen. Und dann kam alles ganz anders. Nach drei Tagen erkannte ich Sofia kaum wieder – glücklich – strahlend und sehr lebendig. 

 


Bilanz der Erholungsaktion 2019

 

 

Ein jedes Jahr ist anders – andere Kinder,  andere Gasteltern,  veränderte Gesetzgebungen  und immer bessere Kontaktmöglichkeiten nach Belarus. Da kann man in der Organisation nicht von Gewohnheiten sprechen. Es fängt damit an,  dass wir immer mehr Kinder aus sehr armen Familien vom Lande holen. Denen fehlt oft bereits das Geld für die Beschaffung der Reisepapiere. Außerdem müssen Kinder ab 12 Jahre einen metrischen Pass haben. Obwohl die Botschaft uns mitteilt sie würde in die Region fahren und die Pässe vor Ort erstellen,  so funktioniert das nicht. Da muss unsere Betreuerin mit den Kindern 300 Kilometer  nach Minsk fahren um  die Fingerabdrücke machen zu lassen.  Das  bedeutet für uns, dass wir heute bei etlichen Kindern die Kosten für die Reisevoraussetzungen übernehmen müssen, wollen wir doch gerade diese Kinder zu uns holen. Wir erfuhren aber auch in unserem Umfeld zunehmend finanzielles Entgegenkommen. Dankeschön. Und dann waren sie da – 21 fröhliche und gut gelaunte Kinder. Auffällig war die jüngste – Sofia, soeben 9 Jahre alt geworden. Sie war sehr klein, blass, sehr leise und zurückhaltend. Ich würde mich besonders um sie kümmern müssen. Als ich sie drei Tage später wieder sah habe ich sie kaum wieder erkannt. Sie hatte russisch sprechende Gasteltern, die sich sehr intensiv und einfühlsam um sie gekümmert haben. Sofia war plötzlich sehr lebendig. Sie strahlte, war glücklich  und fühlte sich sichtbar wohl, was sie uns auch versicherte. Da sie aus einem sehr armen Haus kam, erkundete sie den Haushalt der Gastfamilie sehr intensiv und wollte wissen was das alles für Gegenstände waren und wozu man die gebraucht. Auffällig war erstmals auch, dass viele Kinder sich auf den Gemeinschaftsveranstaltungen unmittelbar und immer  ganz nahe bei den Gasteltern aufhielten und sich auch um deren Kinder kümmerten. Es sind eben andere Kinder – hilfsbereit und freundlich. Es war auch so, dass Gasteltern einander unterstützten und halfen.  Wir hatten in letzter Minute noch ein 13-jähriges Mädchen mit einem Handicap eingeladen. Sie wohnte bei uns, weil wir anderen Gasteltern die mögliche Problematik nicht zumuten wollten. Ihre Schwester war in Cloppenburg untergebracht. Da das Problem aber nahezu unbedeutend war bot die Gastfamilie an, dieses Kind zu ihrer Schwester zu holen. Das passierte nach einer Woche  auch. Interessant war, dass die Geschwister  dann bei unterschiedlichen Familien wohnen wollten, aber doch einander so nahe, dass sie sich täglich sehen konnten. Das war eine gute Entscheidung, wofür Veronika sich bei jedem Wiedersehen mit einer Umarmung bei uns bedankte. Auch wir hatten mitunter kurzzeitig  weitere Kinder in Obhut, wenn in deren Gastfamilien gewisse Umstände eine kurzfristige  Übernachtung außerhalb angebracht erscheinen ließ. Unsere Kinder freuten sich immer auf weiteren Besuch und bauten deren Betten dann auf und ab. Wir hatten keine Arbeit damit, zumal die Betreuerin auch bei uns wohnte und notfalls regelnd eingriff. Es war immer einfach und unkompliziert – aber auch immer wieder spannend und lustig weitere Kinder bei uns zu haben. Ein erstmaliger Gastvater sagte, ich habe viel von Tschernobyl Kindern gehört, aber sie zu erleben ist eine völlig andere Sache.

 

Neben den Gemeinschaftsveranstaltungen trafen sich etliche Gasteltern mit ihren Kindern auch auf dem Hüpfburgen Festival in Oldenburg, hierzu eingeladen von Kinderlachen Oldenburg e.V. Andere verabredeten sich im Kletterwald Hatten oder trafen sich im dortigen Freibad, wo sie seit Jahren freien Eintritt haben. Alles verlief sehr harmonisch und stressfrei. Aufgrund finanziellen Entgegenkommens fast aller Veranstalter haben wir uns entschlossen, den Kindern erstmals wieder  ein Taschengeld von jeweils 20 Euro auszuzahlen. Alle Kinder möchten sich selbst vielleicht noch etwas kaufen oder ihren Eltern und Geschwistern etwas mit nach Hause bringen. Obwohl 20 Euro in ihrer Heimat viel Geld ist stellten sie bald fest, dass man hier nicht weit damit kommt. Wie ich aber feststellen konnte haben sie das Geld sehr sinnvoll ausgegeben, z.B.  für eine Jeans, für Schuhe oder Schulartikel. Sie haben damit die Erfahrung machen müssen in Deutschland ist alles viel teurer als zuhause.

 

Beeindruckt hat mich wieder mal Christina, die gerne tanzt und singt. Zu unserem Abschiedsfest hat sie sich morgens noch mal hingesetzt und nach einer russischen Melodie einen Text geschrieben, in dem sie all unsere Veranstaltungen und ihre Freude darüber verarbeitet hat. Und das Lied hat sie uns dann gegen Ende der Veranstaltung vorgetragen. Ich kann mit russischen Melodien nicht viel anfangen, will mir aber den Text noch übersetzen lassen.

 

 Als meine Kinder abgereist waren, hatte ich zwei Tage später noch immer so einen bestimmten Duft in der Nase, weil sie ihre selbstgemachten Seifen auf der Fensterbank vergessen hatten. Und dann fand ich noch eine Karte von Tatjana, auf der sie sich für den schönen Aufenthalt in Deutschland bedankte. Und ich bedanke mich bei allen Kindern für die schöne gemeinsame Zeit, bei den unkomplizierten und einfühlsamen Gasteltern und ganz besonders bei Tatjana für ihre Arbeit und ihren  unermüdlichen Einsatz für die Kinder. Spreche ich mit älteren Gasteltern so höre ich, dass die Kinder oftmals sehr lange Kontakt zu ihren Gasteltern halten, dass die Gasteltern positiv auf die Entwicklung einwirken konnten und später oft zu ihnen nach Hause eingeladen wurden. Da passiert mitunter sehr viel mehr, als nur drei Wochen miteinander zu leben. Sie nehmen physisch und psychisch sehr viel mit nach Hause, was oft sehr großen Einfluss auf ihre zukünftige Entwicklung hat.

 

Versucht euch selbst mal als Gasteltern und lernt diese wunderbaren Kinder persönlich kennen.

 


30. Juli  Die Abreise

 

Es geht nach Hause. Tage vorher werden noch mal Koffer getauscht. Es soll möglichst viel mit nach Hause. Doch nicht das Volumen bestimmt die Menge sondern das Gewicht von Maximal 25 Kilogramm.  Pünktlich sind alle auf dem Wardenburger  Schützenplatz versammelt. Einige Kinder sind sehr leise, andere sehr nervös und laut. Und als dann der Bus kommt ändert sich die Stimmung. Es wird sehr  leise. Kinder und Gasteltern umarmen sich.  Die kleine Sophia und die Kinder aus der Gastfamilie klammern sich aneinander fest und weinen bittere Tränen.  Das passiert, wenn hier alles so viel besser und schöner ist als in ihrem Zuhause. Sophia will nicht nach Hause. Da braucht es viel Zuspruch und die Zusage, dass man miteinander telefoniert und sie im nächsten Jahr wiederkommen kann. Bei vielen Kindern kullern Tränen.  Gasteltern kämpfen teilweise auch mit ihren Gefühlen. In den drei Wochen werden es mitunter  „unsere Kinder“ und unsere deutschen Eltern, die einander  nie vergessen. Mal sehen was im nächsten Jahr passiert.

 

 

 

27. Juli   Abschiedsfest im Moormuseum

 

 

Wir sagen Danke, dass wir auch in diesem Jahr erneut dort feiern durften. Es war unser 25jähriges Jubiläum – für mich eigentlich nichts Besonderes, aber immerhin haben wir es geschafft trotz vieler Hindernisse, Schwierigkeiten und Probleme heute noch existent zu sein. Es gibt nur noch sehr wenige Organisationen in Norddeutschland. Da haben wir es uns auch nicht nehmen lassen die ursprünglichen Gründer, Frau Hannelore Glunde und Pastor Udo Dreyer zu ehren. Natürlich freut es auch sie, dass ihr Werk bis heute fortbesteht. Und die Kinder freuten sich über das von den Gasteltern reichhaltig gestaltete Büffet und hoffen darauf, im nächsten Jahr wieder kommen zu dürfen.

 

 

 

 

 

20. Juli  Schlauchbootfahrt auf der Hunte

 

 

Unsere Kinder wurden vom Kaninchenzuchtverein Wardenburg zu einer Schlauchbootfahrt auf der Hunte eingeladen. Doch diese ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Kurz nach Mittag zogen dunkle Wolken auf. Dennoch sind wir in Astrup gestartet. Doch es fiel anfangs leichter, später mehr Regen, so dass die Fahrt an der Wardenburger Huntebrücke abgebrochen wurde. Also nix mit Grillen in Tungeln.  Pech gehabt und nicht zu ändern.

 

 

 

17. Juli   In die Seifenmanufaktur „Lüttje Seep“

 

 

Was dort wohl los ist?? Hier stellt ein Familienbetrieb in Friesoythe feine Seifen für verschiedene Ansprüche  (Hauttypen und Duftrichtungen) her. Uns wurde die grundsätzliche Herstellung von Seife erklärt und dass man sich z. T. auf Heilseifen konzentriert hätte. Die Kinder wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen eine Grundsubstanz, die sie zu einem Seifenblock nach ihren Vorstellungen formen dürften. Den Erwachsenen wurde währenddessen der gesamte Herstellungsprozess demonstriert und welche Naturheilstoffe und Aromen zugesetzt werden.  Für alle eine sehr interessante Demonstration der Seifenherstellung. Und die Kinder konnten eine selbstgefertigte Duftseife mit nach Hause nehmen. Meine Kinder haben die leider vergessen. Nun liegen sie auf der Fensterbank und duften vor sich hin – bis ich ihnen die irgendwie zustellen kann.

 

 

24.Juli  Besuch im Jaderpark

 

Freizeiteinrichtungen mit Fahrgeräten gehören zu den Highlights der Tschernobylkinder.  So etwas kennen sie nicht. Sie waren  von „Kinderlachen Oldenburg e. V.“ in den Jaderpark eingeladen. Dafür sagen wir von Herzen Dankeschön. Kaum an der Kasse vorbei waren sie in Gruppen mit jeweils einer Begleitung unterwegs um die Attraktionen zu erkunden. Zuerst waren sie bei den Tieren. Doch als sie die Fahreinrichtungen entdeckt hatten trieb es sie dort hin. Nur zu den verabredeten Zeiten zum Essen sahen wir sie wieder. Am Abend mussten wir trotz festgesetzter Abfahrtzeit noch etliche Kinder nachsuchen. Es sind halt Kinder die  sich nur schwer von solchen Einrichtungen trennen können.

 

 

 

13.Juli    Wieder auf nach Spiekeroog

 

Diese Veranstaltung stand wieder auf Platz 1 unserer Veranstaltungswunschliste. Die Kinder kennen kein Meer. Obwohl sie an einem großen Fluss leben (Dnjepr) ist der für sie absolut uninteressant. Es ist nichts los auf dem Fluss – kein Boot zu sehen, wegen seiner geringen Wassertiefe nur z.T. befahrbar. Um ihn schiffbar zu machen ist er auf weiten Strecken gestaut. Er ist teilweise auch Grenzfluss zur Ukraine. Unsere Nordsee ist anders – viele Schiffe, hohe Wellen, ein schaukelnder und sich mitunter aufbäumender Fischkutter. Es war ein kalter Tag mit etwa 15 Grad Lufttemperatur und Nieselregen. Trotzdem unbändige Begeisterung an Bord. Unterwegs das Netz auslegen und schauen was alles so  im Meer lebt. Wir sind sehr nahe an die Seehundbänke gefahren, wo einige Robben noch ihre Jungen säugten. Dann ab nach Spiekeroog an den Badestrand – Wetterjacken an, Schuhe aus und ab ins Wasser. Gegen Nachmittag klarte es auf und auch die Sonne ließ sich sehen.  Ein toller Tag. Müde und kaputt ging es wieder zurück. Aber fest steht – im nächsten Jahr wollen sie wieder ans Meer

 

 

 

 

 

11.Juli   Besuch im Tier-und Freizeitpark Ostrittrum

 

Es war ein etwas trüber Tag. Aber es störte nicht die Freude und Begeisterung unserer Kinder.  Das große Interesse an der dortigen  Tierwelt war bald vergessen als sie die Freizeiteinrichtungen entdeckten. Spielgeräte sind in deren Heimat weitgehend unbekannt und werden  hier selbst von älteren Kindern begeistert angenommen. Während die Gasteltern in Ruhe kaffeetrinken konnten waren die Kinder schaukeln, rutschen, bootfahren usw. Gegen Schließung des Parks mussten sie mühselig eingesammelt werde. Es ist eine schöne und empfehlenswerte Freizeiteinrichtung für Familien mit Kindern. Wir werden sie im nächsten Jahr vermutlich wieder aufsuchen.

 


Die Tschernobylkinder sind angekommen

 

Am 8. Juli 2019 sind 21 Tschernobylkinder nach 29 Reisestunden gut gelaunt mit ihrer Betreuerin bei uns angekommen.

 

Es gab als erstes bei Müller-Egerer ein reichhaltiges gesponsertes Frühstück. Wir sagen dafür Dankeschön. Während des Frühstücks kam ein älterer Herr auf uns zu, fragte ob das die Tschernobylkinder wären und gab uns einen Geldbetrag mit der Bitte,  den Kindern dafür ein Eis zu kaufen. Das gab es dann auch, gegenüber in der Eisfabrik, ebenfalls gespendet von Frau Daniela Pahneva. Danke an den netten Herrn und auch an Frau Pahneva.

 

Nach dem Einkleiden und einer kleinen Erfrischung wurden die Kinder von ihren Gasteltern abgeholt. Wir freuen uns über die zunehmende Akzeptanz in Wardenburg und sagen allen Unterstützern von Herzen Danke.  

 


 

 

25 Jahre Tschernobylkinder  Wardenburg

 

 

In diesem Jahr feiern wir unser 25. Jubiläum mit unseren Tschernobylkindern,  klein und bescheiden, weil wir jeden Cent für unsere Kinder brauchen. Natürlich freuen wir uns über viele Besucher zu unserem diesjährigen Fest am 27. Juli 2019 um 15.30 Uhr im Moormuseum Benthullen. Fast alle früheren Organisationen haben sich infolge fehlender Gasteltern und Finanzmittel aufgelöst. Auch wir kämpfen Jahr für Jahr um Gasteltern und Spenden.

 

Oft werden wir gefragt warum wir immer noch Kinder holen. Jungen Menschen können wir unsere Gründe kaum vermitteln. Die älteren haben die damaligen Ängste noch selbst kennen gelernt. Während der damaligen Katastrophe ließ man große Mengen Radioaktivität über dünn besiedelte Landstriche Weißrusslands abregnen – geschätzt 35 % der Gesamtradioaktivität. 53 % verteilten sich über Europa und der Rest  über dem gesamten Globus. Und das hat dort schlimme Folgen.

 

Zuerst nennt man immer die meist tödlich verlaufenden Krebserkrankungen, vor allem Schilddrüsenkrebs bei Kindern und jungen Frauen und Prostatakrebs bei Männern. Desweiteren Betroffen ist die Haut, die Nieren, der Darm, das Knochenmark, das Lymphsystem, die weibliche Brust und Kinderleukämien.

 

Sehr viel höher ist die Zahl der Nichtkrebserkrankungen  wie z.B. Bildung von Tumoren, Erkrankungen in oder an allen Organen  und Störungen der Intelligenzentwicklung .

 

Und man hat dort zunehmende Störungen des Erbguts. Das führt oft zu Missbildungen bei Neugeborenen, zu Tot- und Fehlgeburten. Es werden dort heute auch sehr viel mehr Mädchen als Jungen geboren. Aufgrund der vielfältigen Risiken bei Neugeborenen  verzichten dort heute etwa 20 % der Bevölkerung darauf Kinder in die Welt zu setzen.

 

Aus diesen hochverstrahlten Beobachtungsgebieten um Mogilev und Gomel kommen unsere Kinder.  Während einige Abenteurer aus aller Welt für viel Geld in dem Sperrgebiet um Pripyat nach dem besonderen Kick in den verlassenen Ruinen suchen, bauen arme  Bewohner verbotenerweise wieder Nahrungsmittel in Sperrgebieten an. Solange der Boden dort nicht bewegt wird hält sich die Radioaktivität in Grenzen.  Aber durch die Nahrungsaufnahme setzt man wieder einen Teufelskreis in Gang, der dann zu hohen Strahlungswerten in Mensch und Tier führt. Besonders verstrahlt sind dort die Wildschweine, da sie in dem Naturparadies ständig in der Erde nach Eicheln suchen.

 

Viele der Kinder sind zu schwach, sich den dortigen Umweltrisiken  zu widersetzen. Der Staat schickt diese Kinder zwar jährlich in ein Sanatorium, wo sie besser ernährt und aufwendig untersucht werden, um beginnende oder bereits bestehende Früherkrankungen rechtzeitig behandeln zu können. Bei uns werden sie sehr viel gesünder ernährt. Damit unterstützen wir deren Immunsystem und noch viel wichtiger, deren psychischen Kräfte. Von den Kindern, die sich in Europa erholen konnten, gehen 40 % mehr ohne chronische Erkrankungen in das Erwachsenenalter über.

 

Wir kämpfen um jedes Kind. Und dafür brauchen wir Eure Unterstützung, sei es als Gasteltern oder in Form finanzieller Unterstützung. Bei uns könnt ihr schauen was wir mit eurem Geld machen und glückliche Kinder persönlich sehen, kennen lernen  und auch mit ihnen sprechen. Außerdem sind sie wichtige Botschafter ihres Landes. Viele ihrer Eltern bedanken sich dafür, dass wir so viel für  ihre Kinder getan haben.

 


Es ist an der Zeit mal wieder D a n k e  zu sagen

 

 

Trotz vieler anfänglicher Probleme werden sich auch in diesem Jahr wieder 21 Kinder bei uns erholen. Unsere vielfältigen Bemühungen haben gefruchtet. Wir haben zu unserer Freude  junge Gasteltern gefunden, etliche russisch sprechend, die es uns leicht machen einige  Kinder, die noch nie ihr Dorf verlassen haben, einzugewöhnen. Wir haben es gewagt trotz eines finanziellen Fehlbestands so viele Kinder einzuladen, in der Hoffnung, es mögen bis Juli noch weitere Spenden eingehen. Inzwischen brauchen wir aufgrund der ständig steigenden Kinderzahl etwa 10.000 € im Jahr, die an Spenden kaum bei uns ankommen.

 

Wir sagen allen von Herzen Dankeschön, den vielen neuen Gasteltern, allen Spendern und sonstigen Unterstützern. Wir haben ihnen soeben eine eigene Seite gewidmet, Spender –Sponsoren.

 


Aufregende Zeiten

 

Unsere Verwaltung hatte uns den Zuschuss für 2018 gestrichen. Wir sind mit einem Kassenbestand von 9.200 Euro in das Jahr 2018 gegangen. In dem Jahr hatten wir wider Erwarten 24 Kinder  bei uns, die diese Summe insgesamt fast aufgezehrt haben. Unser Hinweis auf unsere Situation war vergeblich. Somit sind wir mit einem Kassenbestand von etwa 6.500 € in das  Jahr 2019 gestartet, viel zu wenig für die erwartete Kinderzahl gegen Ende zwanzig. Da haben wir unsere Gastelternwerbung dem Kassenbestand angepasst und gar nicht mehr geworben.

 

Wir haben uns daraufhin mit unserem Problem an unsere Ratsherren gewandt. Die haben ihren Beschluss uns weiterhin zu unterstützen noch mal bekräftigt, so dass uns der Zuschuss für 2018 Ende Februar  2019 nachträglich überwiesen wurde.

 

Es ärgert uns maßlos, dass der bereits im Mai der Verwaltung vorgelegte Kassenbestand erst im Dezember bewertet und dann abgewiesen wurde. Es hätten verwaltungsmäßige Bedenken viel  früher mit dem Rat besprochen werden können, so dass wir mit gesicherten Erkenntnissen in das Jahr 2019 hätten gehen können. Wir waren  bislang der Meinung, dass ein Ratsbeschluss und ein schriftlicher Bescheid unserer Verwaltung  bindend sind.  Nun erlebten wir, dass der Ratsbeschluss unterlaufen wurde und der schriftliche Bescheid auch nichts wert  ist. Und die Buschtrommeln sagen, dass unsere Verwaltung im vorigen Jahr  eifrig an einer Ratsvorlage gearbeitet hat, die die von Spenden lebenden gemeinnützigen Vereine sicher ausgemerzt hätte. Da freuen wir uns, dass unsere Ratsvertreter zu ihren Beschlüssen stehen. Sie wollen die sozialen Einrichtungen bei uns erhalten und unterstützen.  Das macht  unsere Gemeinde weiterhin lebenswert. Auch wir sagen     D A N K E

 

 

 

Was nun ??

 

Auf unserer Gastelternversammlung am 24. Februar konnten wir nur ein zusätzliches Gastelternpaar gewinnen, obwohl  sechs Paare für dieses Jahr sicher Kinder haben wollten. Als uns dann auch noch von Gasteltern des Vorjahres aus persönlichen Gründen Plätze für zehn Kinder abgesagt wurden, sah es recht schlimm aus. Wir hatten nur noch zwei Wochen um Gasteltern zu werben, da die Plätze im Reisebus bereits verbindlich bestellt werden mussten. Auch unsere Partnergesellschaft in Belarus will immer früher Daten und Zahlen haben. Da haben wir für Kinder, die im vorigen Jahr das erste Mal bei uns waren, bei Facebook um Gasteltern geworben. Und was dann passiert ist kann ich noch gar  nicht fassen – eine überwältigende Aktion,  über 10.000 Zugriffe, sehr viele Anfragen und Angebote  Kinder aufzunehmen und 900 Zugriffe auf unsere Homepage in nur zwei Tagen. Das ist Arbeit, viele Fragen beantworten, auf Rückmeldungen warten, immer wieder Rückfragen wie viele Plätze im Bus noch frei sind, weil auch noch zwei weitere Initiativen nachbuchen konnten. Es brauchte noch viel Stress und Zeit, um die verbindlichen Unterschriften für die Kinder zu bekommen. Doch wir haben es geschafft in sehr kurzer Zeit die noch verblieben Kinder des Vorjahres unterzubringen. Mehr geht nun auch nicht, weil keine freien Plätze mehr im Bus sind. Wir haben „Unmögliches“ vollbracht.

 

Unsere Kinder in Belarus wussten um unsere schwierige Situation. Einige von ihnen haben unsere Aktion im Internet verfolgt und immer wieder gefragt; habt ihr neue Gasteltern für mich gefunden? Kann ich noch mal wiederkommen? Und wenn wir das bestätigen konnten, war die Freude groß. Wo komme ich hin? Was sind das für Leute? Ich denke wir haben das gut hinbekommen. Sehr ängstliche und zurückhaltende Dorfkinder haben wir bei russisch sprechenden Gasteltern unterbringen können.  Die kennen beide Kulturen und können den Kindern mehr Sicherheit vermitteln. Wir kennen die Charaktere der Kinder aus dem Vorjahr und glauben, sie passenden Gasteltern zugeführt zu haben.

 

Dankeschön an alle, die uns bei Facebook unterstützt haben. Ihr ward uns eine ganz große Hilfe und habt mitgewirkt, dass wir wieder viele Kinder glücklich machen können.

 

Und  wir haben auch mehrere Kinder in andere Regionen vermittelt, z.B. nach Ibbenbühren, ins Saarland, Rheinland Pfalz, mit großer Freude nach Großenkneten  usw. Wir hatten auch eine Anfrage aus der Schweiz  und konnten der Interessentin Hinweise auf dortige Initiativen geben. Noch ist längst nicht alles abgearbeitet.  Interessant sind immer Gespräche mit anderen Vereinsvorständen. Man hört neues und lernt voneinander. Schlussendlich haben wir 18 Kinder auf unserem Zettel  - mit bleibenden Überraschungen bis zum letzten Tag.  Wir erwarten unsere Kinder am 08. Juli vormittags. Zuerst wollen wir  gemeinsam frühstücken, dann die Kinder einkleiden und am Nachmittag erfolgt die Übergabe an die Gasteltern. Alle freuen sich auf ihre Kinder – und die Kinder auf ihre neuen Gasteltern. Und wir sagen allen von Herzen Dankeschön.

 

 

 

 

 


2018 war für uns ein gutes Jahr

 

Ein Jedes Jahr verläuft anders, weil auf beiden Seiten die Zeit fortschreitet und allen neue Erfahrungen und Möglichkeiten des gegenseitigen Umgangs miteinander bietet. Wir hatten erstmals ältere Kinder dabei, von denen vier in ihrer Freizeit deutsch lernten. Per Internet haben wir erstmals seit deren Erholung bei uns sehr viele Kontakte direkt zu den Kindern und deren Eltern. Die Sprachbarriere ist kein Problem mehr. Sie sagen noch mal Danke für diese schöne Zeit. Wir tauschen uns aus über die Gesundheit, das Wetter, Erlebnisse der Kinder im Sanatorium, usw. Aber sie wollen auch sehr viel wissen, haben Fragen zu Erlebnissen und Eindrücken, die während ihres Aufenthalts in den Hintergrund verdrängt wurden. Nun fragen sie, was bedeutet Advent?  Was macht ihr da? Sie sehen sich Bilder von Adventsgestecken an, finden den Brauch und das Licht wunderschön und bauen sie nach. Sie stellen fest, dass  unsere Weihnachtsbeleuchtung sehr viel schöner ist als in ihrer Stadt. Auch Weihnachten ist also auch bei uns schöner als in ihrem Land. Noch – aber Belarus holt mächtig auf. Neben Kindererholung haben wir uns Völkerverständigung auf unsere Fahnen geschrieben. Und das findet statt, zu aller Freude. Wir verstehen einander besser und können auch mehr für den anderen tun,  weil wir sehr viel mehr über sie und ihre Familien wissen.

 

Die Kinder bleiben ganz fest und unvergesslich in unseren Herzen – unsere Kinder.

 

Die Deutsche Botschaft in Minsk hat uns inzwischen auch wahrgenommen, bietet uns bessere und erweiterte Hilfen für die Kinder an und bittet uns, in unserem Bemühen nicht nachzulassen den Kindern auch zukünftig zu helfen.

 

Aber wir haben auch große Sorgen

 

Wenige Tage vor Weihnachten bekamen wir die Nachricht, dass uns der einzige Festzuschuss rückwirkend gestrichen wurde. Uns fehlen nun 2.000 Euro, mit denen wir fest gerechnet und in unsere Finanzplanung mit einbezogen hatten. Wir erwarten wieder 20 oder mehr Kinder, was einen Finanzbedarf von etwa 8 bis 10 000 € macht. Und das kommt nicht an Spenden bei uns an. Bislang konnten wir das noch aus Rücklagen decken. Zukünftig wird das nicht mehr möglich sein. Anfang letzten Jahres haben wir dieses Problem bereits auf uns zukommen sehen und frühzeitig nach Lösungen gesucht – leider erfolglos.  Wir versuchen das Problem zu lösen,  um Kindern und Gasteltern in diesem Jahr nicht absagen zu müssen. Da wir noch in Verhandlungen sind werden wir später darüber berichten.

 

Immer mehr Initiativen lösen sich infolge mangelnder Unterstützung auf. Vor zwei Jahren war es die Gruppe Seefeld. Ende letzten Jahres hat die Gruppe Varel – Friesland das Handtuch geworfen. Und ich denke, dass auch uns nur noch eine begrenzte Zeit bleibt. Die Menschen springen nun mal ohne nachzudenken auf jenen Zug, der mit dem lautesten Getöse durch die Medien zieht. Unsere Kinder sind in jedem Jahr für nur dreieinhalb Wochen bei uns. Aber wir brauchen das ganze Jahr um das zu organisieren und möglich zu machen.

Bitte vergesst die Tschernobylkinder nicht und unterstützt uns auch finanziell im Rahmen eurer Möglichkeiten.

                                                   



Erholungsaufenthalt 2018

 

 

Nun ist auch die zweite Gruppe unserer Kinder über die Tschernobylhilfe Cloppenburg abgereist. Diese Kinder waren 36 Stunden unterwegs, eine schlimme Tortur wie ich finde, den Kindern kaum zumutbar. An der Grenze zu Polen griff die EU Verordnung erbarmungslos zu. Die Reisenden mussten alle tierischen Produkte (Wurst, Käse, Eier, Frikadellen usw)abgeben, da deren Einfuhr verboten ist. Und einige Kinder haben da nicht nur die tierischen Produkte abgegeben, sondern gleichzeitig auch ihre Butterbrote. Da musste man auf dem Rest der Reise den Proviant teilen. Zukünftig werden wir das in unsere Überlegungen einbeziehen und nach Lösungen suchen.

 

Inzwischen hatten wir auch unsere Gastelternversammlung. Sie dient dazu, Fehler und Mängel in der diesjährigen Aktion aufzuspüren und abzustellen. Nennenswerte Probleme gab es nicht. Wie schon oft erkrankte ein Kind unmittelbar nach seiner Ankunft. Die kleinen Seelen stecken die plötzliche Veränderung mitunter nicht weg – erstmals ganz weit weg von zuhause, zu völlig fremden Menschen deren Sprache sie nicht kennen und deren Lebensweise ihnen fremd ist. Es blieb in der Obhut der Verantwortlichen und ging erst einen Tag später  zu seinen  Gasteltern. Zwei Einzelkinder, eines davon mit ganz erheblichem Temperament, haben ihren Gasteltern einiges abgefordert, da sie sich natürlicherweise mit allem an die Gasteltern wandten, die so etwas schon lange nicht mehr gewohnt waren. Wir raten immer dazu zwei Kinder aufzunehmen, wenn keine eigenen Kinder im passenden Alter mehr im Haus sind. Im nächsten Jahr werden wir das noch mehr  berücksichtigen. Es sind eben Kinder, die wir erst kennenlernen wenn sie hier sind.  Zwei Kinder aus sehr armen Familien vom Lande haben uns vor ihrer Ankunft sehr beschäftigt. Für sie ist es oft besonders  schwer, sich in unserer völlig anderen Welt zurecht zu finden. Wir konnten sie in russisch sprechenden Familien unterbringen, wo alle sehr glücklich miteinander waren. Ich wünsche mir mehr solcher Gasteltern. Und unsere belarussischen Gastkinder leben auch schon lange nicht mehr hinterm Mond. Sie kennen auch Computer und das Smartphone, können damit umgehen wie auch unsere Kinder. Einige richteten unmittelbar nach ihrer Ankunft ihren Zugang zu unserem Kommunikationsnetz ein, damit sie kostenlos Kontakt zu ihren Familien halten können.  Ein Kind erkannte ein Smartphoneproblem bei ihrer Gastmutter, die mit etwas nicht zurechtkam. Sie nahm der das Smartphone ab, fingerte darin kurz herum und das Problem war beseitigt. Nur hat die Gastmutter aufgrund der Sprachbarriere nicht in Erfahrung bringen können wie das Kind es gemacht hat. Sie kennen auch die westliche Mode, unsere Supermärkte, große Einkaufszentren  und Freizeiteinrichtungen, einiges aber auch nur aus deren Medien. Aber sie sind immer begeistert dabei wenn sie das alles live erleben können und selbst mittendrin sind. Sie sind sehr wissbegierig und aufmerksam, möchten vieles aus unserer Welt erklärt haben. Es sind meist sehr liebe, freundliche, dankbare  und hilfsbereite Kinder, wie wir wieder feststellen konnten. Es ist leicht sie in unser Herz zu schließen. Unsere Gemeinschaftsveranstaltungen sind bei Gasteltern und den Kindern gut angekommen. Wir konnten glückliche und gut erholte Kinder ihren Eltern zurück geben. Mit unseren Kindern der zweiten Gruppe haben wir an den Cloppenburger Veranstaltungen teilgenommen. Die Zwillinge Irina und Polina waren schon mal bei uns. Polina wurde mit einer halben Schilddrüse geboren, Irina leidet mit zwölf Jahren bereits an Diabetes. Es war wieder mal interessant die innige Bindung dieser Zwillingskinder zu bemerken. Sie stritten nie. Sie teilten alles überaus korrekt. Eine probierte das fremde Essen. Und wenn sie nickte, dann langte auch die andere kräftig zu. Es war eine sehr schöne Zeit mit ihnen. Wir haben noch einige Bilder dieser Kinder eingestellt.

 

Erstmals haben auch jüngere Personen sich entschlossen in unserer Initiative aktiv mit zu wirken. Sie haben Ideen, die uns weiter bringen können, so dass vieles noch einfacher und besser werden kann. Wir sind noch in der Beratungsphase der Neu- oder Umgestaltung. Doch das kann was Gutes werden.

 

Soeben bekamen wir ein Dankeschön von unserer russischen Partnerorganisation „Hope for Future“. Sie versorgt uns mit Informationen und ist das regelnde und organisatorische Bindeglied zwischen den Gastkindern und der deutschen Botschaft. Herr Kaslowski schrieb uns: „Wir bedanken uns bei ihnen für die Durchführung der diesjährigen Kindererholungsaktion. Wir schätzen sehr hoch ihr Engagement für die Kinder und ihre perfekte Arbeit bei der Organisation des Aufenthaltes der Kinder. Dankeschön“ – das freut uns.

 

Für das kommende Jahr haben sechs weitere Familien bei uns vorgesprochen, die Gastkinder aufnehmen möchten. Da bleibt abzuwarten was am Ende daraus wird. Wir müssen uns nun darum bemühen unsere Spendeneinnahmen zu verbessern, um keine Gastkinder aus finanziellen Gründen  abweisen zu müssen.

 


Unsere Kinder sind wieder zuhause

 

 

Am Dienstag, den 24.Juli 2018,um 9.30 Uhr sind unsere Kinder wieder in Richtung Heimat abgereist. Alle haben sich ganz herzlich von ihren Gasteltern verabschiedet. Es flossen auch Tränen. Die Kinder fahren immer mit gemischten Gefühlen. Sie wissen, dass sie vieles von dem was sie hier erlebten vermissen werden. Andererseits zieht es sie auch nach Hause um den Eltern und Freunden  von ihren Erlebnissen zu erzählen und vorzuzeigen, welche Schätze sie in ihren Koffern mitgebracht haben. Die Heimreise ist gut und reibungslos verlaufen. In Weißrussland hatten wir wieder Kontakt mit den Reisenden. Um 12.30 Uhr des Folgetages meldeten sie ihre Ankunft zuhause.

 

Noch während ihres Aufenthalts bei uns  haben etliche russische Eltern unsere Facebookseite verfolgt und auf verschiedene Aktionen positiv reagiert, insbesondere auf die Brillenaktion – Dankeschön und Daumen hoch.

 

 

Am 30.Juli kommt unsere zweite Gruppe über die Tschernobyl – Kinderhilfe Cloppenburg. Wir werden mit den Kindern an deren Gemeinschaftsveranstaltungen teilnehmen und darüber bei uns nicht berichten.

 


Unser Abschiedsfest

 

Wie in jedem Jahr feierten wir am letzten Freitag des  Erholungsaufenthalts unser Abschiedsfest mit den Kindern und Gasteltern erneut im Moormuseum Benthullen. Wir bedanken uns ganz herzlich dafür, dass wir auch in diesem Jahr wieder hier sein durften. Für unsere Kinder gibt es hier immer viel zu erleben und zu entdecken.

Obwohl wir noch persönliche Einladungen verschickt hatten sind doch viele Gäste ausgeblieben, offenbar wegen der Sommerferien, der Urlaubszeit  oder der großen Hitze. Dennoch durften wir den stellvertretenden Bürgermeister Peter Kose, die Pastorin Frau Millek, Herrn Gramberg vom Gemeindespiegel,  Herrn Häuser von der Aktion Kinderlachen Oldenburg und eine Abordnung der Landfrauen begrüßen. Es war Gelegenheit uns bei unseren diesjährigen Gasteltern zu bedanken. Sie haben sich für die Aufnahme von ein oder zwei Kindern entschieden. Sie haben diese Kinder liebevoll umsorgt und  behütet. Sie haben drei Wochen ihres Urlaubs oder ihrer Freizeit für die Erholung dieser Kinder geopfert. Sie haben ihnen Unterkunft und Verpflegung gewährt. Und viele Kinder haben ihren Gasteltern auch ganz viel Freude und Dankbarkeit zurück gegeben. Eine neuere Statistik sagt: Von den Kindern die sich zwei Jahre bei uns erholen gehen 40 % mehr gesund in das Erwachsenenalter über. Das heißt – ohne chronische Krankheiten, die sie ein Leben lang begleiten. Und das sollte uns diese Mühe wert sein.

 

Wir haben unsere diesjährigen Unternehmungen (Gemeinschaftsveranstaltungen) vorgestellt, haben die Brillenversorgung von vier Kindern erläutert und unsere Finanzsituation im Hinblick auf das kommende Jahr erklärt. 19 Kinder haben sich offenbar gut erholt. Ihnen hat ihre Erholung incl. einiger Unternehmungen sehr gut gefallen.  Besondere Vorkommnisse gab es nicht.  Und wieder waren etliche Kinder darunter, die gerne länger hätten bleiben mögen.  Als Dankeschön haben sie ein Gedicht auf Deutsch und zwei russische Lieder vorgetragen. Eines war ein Freundschaftslied. Ganz begeistert hat die temperamentvolle zehnjährige Kristina gesungen. Zuhause ist sie singend auf YouTube zu sehen. Bitte schaut Euch unsere Videos 2018 an.

 


Besuch im Circus Krone

 

 

 

Am 18. Juli machten unsere Kinder mit ihren Gasteltern einen Ausflug zum Cirkus Krone nach Leer. Sie alle waren eingeladen von Herrn Horst Häuser von der Aktion Kinderlachen Oldenburg. Es ist unser zweites Erlebnis mit dieser Gruppe. Wir staunen immer wieder über Herrn Häusers  Ideen und Angebote. Wir hätten gar nicht gewusst, dass der Circus in Leer gastiert. Zum anderen hätten wir uns im Hinblick auf die Ausgaben in 2019 die  Busfahrt schon gar nicht leisten können oder wollen. Die Kinder sahen so etwas zum ersten mal und kamen aus dem Staunen gar nicht heraus. Sie werden diesen Besuch wohl nie mehr vergessen. Einige waren von den Tierdressuren, andere von der Akrobatik restlos begeistert. Es war für alle ein wunderschönes Erlebnis. Wir  sagen Herrn Häuser und der Aktion Kinderlachen Oldenburg von ganzem Herzen Dankeschön.

 


Kutterfahrt

 

Am 10. Juli machten unsere Tschernobylkinder mit ihren Gasteltern eine Kutterfahrt auf der Nordsee mit Schaufischen, Fahrt zu den Seehundbänken und einem  Inselaufenthalt auf Spiekeroog mit Baden am Strand. Obwohl  Regen angesagt war blieb es trocken. Am Nachmittag hatten wir auch noch den erwünschten Sonnenschein. Wir machen in jedem Jahr eine größere Veranstaltung mit den Kindern. Und dies war ein Highlight für sie, die kein Meer kennen, keine Bootsfischerei, keine Seehunde und auch kein Meer mit hohen Wellen am Strand. Alle Kinder waren am Spiekerooger Strand sofort am Wasser, danach in ihren Badeanzügen und danach auch im Wasser. Es war ein wunderschöner Tag für sie und auch für die Gasteltern. Wir sagen Wilhelm Jacobs aus Neuharlingersiel  Danke für diesen schönen Tag. Es ist eine empfehlenswerte Unternehmung für die ganze Familie.